„Um die 30“ ist kein schwieriges Alter für Frauen. Es ist eine Verfassung. Zustand einer Generation, die über das Individuum hinaus fast eine gesellschaftliche Dimension in dieser Altersgruppe erreicht hat. Diese teilt sich in zwei Kategorien: entweder man lebt in einer Partnerschaft – wobei es fast unerheblich ist, ob glücklich – oder man tut dies eben nicht. Auch da teilt sich die Selbstbetrachtung. Entweder hat die Sehnsucht nach der idealen, einzigartigen und ewig währenden Liebe schon einen realitätsverzerrten Blick auf das eigene Leben beschert oder es herrscht nackte Panik. Mit fortschreitender Zeit und begleitet von unerfreulichen Beziehungserlebnissen, tendiert die Befindlichkeit ab Tempo 30 zu Letzterem. Schlimmer noch, die Frage wird ausgeweitet zu einem Grundsatzkomplex: dem „kann es überhaupt noch klappen?“. Da werden – ganz aufgeklärte Ratio-Frau – die negativen Erlebnisse und das eigene Beziehungsversagen der letzten Geschlechtsjahre in die Zukunft extrapoliert, quasi als Ergebnis des wissenschaftlichen Selbstversuches. „Die Ansprüche, die man hat werden ja auch immer größer“, meinen manche stereotyp.
Ist das wirklich anspruchsvoll oder gar zuviel verlangt? Suchten viele Frauen mit 20 nach „neuwertig“, so sind sie mit 30 durchaus schon mit „mängelfrei“ zufrieden. Aber was ist dann mit 40 und wie weit muss man denn dann sein Anspruchsdenken reduzieren? Der Markwert sinkt rapide ist die Schlussfolgerung. Wahrscheinlich kommen dann nur noch Campingwagenfahrer, Frührentner und Weiße-Tennis-Socken-Träger in Frage. Resultat dieser Zukunftsbetrachtung: die nackte Panik. Optionen werden geprüft und enden bei der Alternative Vernunft. Ohnedies hat man uns allen beigebracht, dass man die Dinge am besten mit Vernunft löst. Die Erwachsene in der Mädchenhülle setzt sich durch und evaluiert nun einmal die denkbaren Möglichkeiten einer konzeptionell angelegten Zweisamkeit. Es geht also um „Marktwert“, ist die logische Konklusion der betroffenen „thirty somethings“, die nun versuchen, sich auf diesem Heiratsmarkt einzuordnen, um den eigenen Wert zu bestimmen.
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Ich habe das Buch gelesen und jede Zeile darin entspricht den Tatsachen.Auch ich habe so meine “Erfahrungen” mit zwei Ehemännern gemacht. Der erste war ein Egoist und Fremdgänger, der zweite Alkoholiker und Schläger.